Seit meinem letzten Post hat sich wieder Einiges getan; besonders seit letzter Woche. Deshalb und besonders aufgrund gestiegener Nachfrage, habe ich mich beschlossen, mal wieder was von mir hören zu lassen. Des Öfteren erreichten mich Stimmen aus Deutschland á la “Von dir hört man gar nix mehr” oder etwas drastischer: “Hast du kein Interesse mehr an Deutschland?” Ein weiteres Mal wurde ich missverstanden; interessanter Weise dieses Mal sogar, ohne überhaupt etwas getan zu haben. Deshalb möchte ich an dieser Stelle einmal Folgendes voraus schicken: Wenn ich mich nicht melde, hat das nichts damit zu tun, dass ich mich nicht melden möchte. In den meisten Fällen gibt es einfach nicht viel zu berichten.. Bis Mitte letzter Woche hatten wir nicht einmal ein Auto, hingen also fest und konnten nicht weggehen. Am letzten Wochenende haben wir das seit Langem dann endlich wieder einmal richtig auskosten können, da unser Auto zum Einen seit letzter Woche wieder eine Zulassung hat und zum Anderen weil uns ein Range Rover geliehen wurde (es ist eben doch wesentlich angenehmer, MIT Radio und Rückwärtsgang durch L.A. zu cruisen). Nachdem wir Freitag Abend auf dem Sunset Strip in Hollywood verbracht hatten (und dabei – nebenbei erwähnt – beim Rodeoreiten kläglich versagt hatten), ging es am Samstag als Tagestrip nach Anaheim ins Disneyland. Wir hatten von einer Familie an der Schule zu Weihnachten Freikarten geschenkt bekommen, die wir nun endlich einlösen konnten. Dort angekommen wurden jegliche Erwartungen übertroffen und ein Kindertraum wahr; nicht umsonst ist eben der Untertitel von Disneyland “Where dreams come true”. Im Konkreten haben wir dort viele Süßigkeiten verzehrt, sind Achterbahn gefahren, haben uns die Muppets in 3D angeschaut, sind mit Indiana Jones auf ein Abenteuer mitgenommen worden, haben mit Goofy rumgeblödelt und noch Vieles mehr. Es war jedenfalls definitiv nicht das letzte Mal, dass ich dort war, so viel ist sicher. Abends sind wir dann überschüttet mit Eindrücken zurückgekehrt und direkt ins Bett gefallen.
Der Sonntag wurde richtig amerikanisch begangen. Es lief der Superbowl (das Finale der American Football Meisterschaft) und zu diesem Anlass haben der Willi und ich uns nach Santa Monica in eine der größten Sportsbars auf der 3rd St. Promenade begeben und dort mit etlichen anderen Footballbegeisterten die Stimmung genossen. Ich hatte mich vor dem Spiel entschieden, für wen ich sein möchte (die New England Patriots sollten es sein) und konnte mit meiner Wahl auch ziemlich zufrieden sein; zumindest bis 59 Sekunden vor Spielende. Da haben die New York Giants das Spiel nämlich noch einmal um 180° gedreht und doch noch gewonnen. Trotz aller Enttäuschung war es ein gelungener Sonntag mit American Football, Bud Light und Hamburgern. So amerikanisch habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt.
Am Montag stand dann ein weiterer Höhepunkt an: Ich bin in der Schule ausgezogen und wohne nun in Brentwood, ebenfalls ein Stadtteil von Los Angeles, das nördlich von Santa Monica gelegen ist und somit nicht allzu weit von der Schule entfernt liegt. Ich wohne hier in einem eigenen Haus. Im Grunde genommen habe ich hier alles, was ich brauche und auch das, was in der Schule stets gefehlt hat. Ich kann mich also bezüglich der Unterkunft nicht weiter beschweren. Ein weiterer Vorteil dürfte sein, dass Besucher ab sofort bei mir kostenlos unterkommen können (beispielsweise mein Bruder) Ich habe auch einige Fotos gemacht von dem Haus, damit ihr euch (im wahrsten Sinne des Wortes) ein Bild machen könnt, jedoch sind das wieder so viele Bilder, dass die erst einmal alle sortiert werden müssen. Die kommen dann gemeinsam mit den Bildern vom Whale Watching, aus Disneyland und vom SuperBowl hier auf meine Seite, aber eben erst, wenn ich die Zeit dazu gefunden habe. Muss hier ja schließlich auch etwas arbeiten.
In der Schule gibt’s nicht viel Neues, ich hab immer noch das Gleiche zu tun, aber die Aussicht auf eine “Beförderung” ist vorhanden, da unserer Mitarbeiterin, die für die Finanzen verantwortlich war, am letzten Freitag gekündigt wurde. Nun wurde ich vor Kurzem gefragt, ob es mir denn etwas ausmachen würde, die Rechnungen, die ich regelmäßig schreibe, an die Eltern auch zu verschicken, worin ich natürlich überhaupt kein Problem sehe, viel mehr die Chance, weniger Zeit auf’m Parkplatz verbringen zu müssen..
Soweit soll’s das nun gewesen sein und ich freue mich wie immer über eure Antworten per e-mail oder als Kommentar. Schöne Grüße nach Deutschland, bei euch geht der Ernst des Lebens nun nach Faschingsende wohl auch wieder los..

Hallo Thomas,
schön wieder etwas von Dir zu hören. Ich freue mich, dass Du nun eine ordentliche Bleibe gefunden hast. Wurde ja auch Zeit! Du wirst sehen, die Zeit bis zum Ende Deines Dienstes wird wie im Flug vergehen.
Bis dahin noch recht viel Spass!!
Grüße aus Steinheim
Petra
Klingt gut. Vielleicht wirste ja doch noch ‘n richtiger Ami x)