Ursprünglich wollte ich gerade in diesem Moment auf Hawaii am Strand liegen und Kokosnussmilch aus der ganzen Frucht schlürfen. Dieses Vorhaben wurde allerdings in letzter Minute von meinem lieben Herrn Zivi Kollegen abgeblasen und so stand mir also eine Woche ohne Arbeiten bevor, für die ich keinerlei Pläne hatte. Nichts tun, in L.A abhängen und mich langweilen ? – Nein, das kam für mich nicht in Frage. Wenn auch zunächst mit wenig Hoffnung auf Erfolg, machte ich mich auf die Suche nach Alternativen. Um mir für die Planung ein kleines Zeitpolster zu schaffen, bin ich Montag und Dienstag doch arbeiten gegangen und hab die gesparten Tage einfach hinten dran gehängt, was sich im Endeffekt als sehr klug herausgestellen sollte, aber dazu später mehr.
Den Willi wollte ich verständlicherweise nicht mehr in meine Planungen mit einbinden: Wer weiß, vielleicht hätte er wieder kurz vorher abgesagt !? Schnell wurde klar, dass (aufgrund der höheren Einzelzimmerpreise) ein Flugticket nicht mehr finanzierbar ist. Trotzdem fand ich ein sehr gutes Angebot: Eine Dreitagestour mit dem Bus über Las Vegas und den Hoover Damm zum Grand Canyon und zurück. Im Angebot enthalten waren 2 Übernachtungen in Las Vegas unweit vom Strip. Schon voller Vorfreude buchte ich schließlich die Tour in letzter Minute und am Mittwoch Morgen ging es los. Gegen 3 Uhr nachmittags (Pacific Time, Ortszeit war 4 Uhr) waren wir in Vegas angekommen und tagsüber erschien’ alles sehr unspektakulär. Trotzdem entschloss ich mich, einmal im Motel angekommen, nicht lange dort zu bleiben. Geschniegelt und gestriegelt machte ich mich kurz darauf an meine erste Tour durch Vegas. Mit der Dämmerung kam dann schließlich auch die Faszination für die Stadt, die niemals schläft. Vermutlich mit offenem Mund muss ich entlang des Strips gewandert sein, so faszinierend ist diese Welt, die so unterschiedlich zu eigentlich allem ist, was ich jemals gesehen habe. Auf keinem meiner Ausflüge oder Reisen habe ich auch nur annähernd so viele Fotos gemacht, wie hier. Dummerweise muss ich das jetzt noch alles aussortieren..
In Las Vegas dreht sich alles um das liebe Geld und darum, es möglichst sinnlos aus dem Fenster zu schmeißen. Ich war wohl einer der wenigen Leute, die versucht haben, genau das zu vermeiden. Die meisten fahren zwar genau aus diesem nach Vegas, aber naja, so locker hab’ ich’s dann ja eben doch nicht. Mir ging es hauptsächlich darum, anderen Leuten beim Spielen zuzuschauen. Ich wollte einfach nur eine schöne Zeit haben und möglichst viel sehen. Dazu hab’ ich mich auch mächtig ins Zeug gelegt. Innerhalb von 2 Nächten habe ich alle Casinos auf dem Strip von außen und innen (!) gesehen (bis auf das Circus Circus), einige Casinobars besucht und auch sonst insgesamt viele Eindrücke gesammelt. Doch am zweiten Abend wurde ich schwach. Man hat es schon nicht leicht in Vegas, wenn man nicht spielt; due Betreiber wissen schon genau, wie sie die Leute locken können. Obwohl es nicht erlaubt ist, habe ich etwas Geld investiert und doch einmal gespielt. Entweder wird das mit dem Alter nicht so ernst genommen, oder ich wurde für 21 gehalten, wobei mir die letztere Vorstellung eher zusagt
Nachdem ich also 15$ an den Automaten verloren hatte, wollte ich mich einmal an den Karten versuchen. Da man bei Poker keine Chance gegen die ganzen Profis am Tisch hat und mir das sowieso nicht liegt, entschloss ich mich für Blackjack, wo ich schließlich auch tatsächlich gewann. Insgesamt 120$ waren es, die ich nach kurzer Zeit als Chips vor mir stehen hatte und ich muss zugeben: es war nicht einfach, an diesem Punkt aufzuhören. Trotzdem hab’ ich es getan, meine Chips eingelöst und mich gefreut. Momentan hatte ich also ein Plus von ca. 100 $ und naja, was soll ich sagen: Die sind auch in Vegas geblieben. Allerdings hab’ ich sie nicht verspielt oder für überteuerten Alkohol ausgegeben, ich hab’ sie genutzt, um mir eine der Shows anzuschauen. Am liebsten wäre ich in Cirque de Soleil im Bellagio gegangen, das war allerdings ziemlich teuer, Hans Klok und Pamela Andersson waren mir irgendwie zu doof. Auch der Rest hat mir nicht wirklich zugesagt, bis auf eine Show: Blue Man Group im Venetian. Und es war die richtige Entscheidung: Einfach klasse. Jedem, der die Chance haben sollte, jemals die Blue Man Group zu sehen, sei sie herzlich empfohlen. Ein bunter Mix aus Musik, Comedy und visuellen Effekten erwartet die Zuschauer dort. Ich für meinen Teil habe es sehr genossen. Von den übrig gebliebenen 10$ bin ich dann noch einmal mit dem Aufzug auf den gefälschten (halb so großen) Eiffelturm vom „Paris“ gefahren und hab von dort die Aussicht genossen.
Ansonsten stand neben den Casinos natürlich noch ein Highlight auf dem Programm: Das Hofbräuhaus. Man hat hierfür die Münchner Touristenattraktion schlechthin kurzer Hand kopiert, ein wenig verkleinert und gegenüber vom Hard Rock Café eröffnet. Dort angekommen habe ich erstmal ein Maß und Weißwürste bestellt, typisch deutsch eben. Nachdem meine Tischnachbarn herausgefunden hatten, dass ich Deutscher bin, wollten sie beigebracht bekommen, wie man bei den im Hintegrund laufenden Liedern mitsingt und auch sonst waren sie sehr interessiert an der deutschen Sprache. Nach einem kurzen Exkurs in die Oktoberfestlinguistik sind die beiden nun womöglich die einzigen Menschen in Illinois, die „oans, zwoa, gsuffa“ singen und adäquat auf den Ruf „Prost ihr Säcke“ antworten können.
Fazit: Las Vegas ist der absolute Hammer. DAS muss jeder US-Urlauber einmal gesehen haben, das steht außer Frage. Faszinierend ist besonders die Tatsache, dass Vegas immer noch die Stadt der USA ist, die am schnellsten wächst. Innerhalb eines Monats ziehen durchschnittlich 5.000 Menschen in die Stadt, die Casinos expandieren ins Unermessliche.
Am zweiten Tag ging es um 7 Uhr morgens los zum Hoover Damm, der ebenfalls sehr spektakulär ist. Der Beton, der dort verbaut wurde, würde reichen, um eine zweispurige Autobahn von Los Angeles nach New York zu bauen, woran man die Dimensionen schon sehr gut erkennen kann. Der Damm wurde in den 30er Jahren innerhalb von 3 Jahren erbaut, eine Meisterleistung der damaligen Zeit. Auch heute würde man von dem Bau noch in den Medien hören. Ursprünglich versorgte der dort erzeugte Strom das nahe gelegene Las Vegas, das gerade durch die vielen Arbeiter am Damm zu dem wurde, was es heute ist. Vorher gab es dort kaum Casinos. Heute benötigen die Casinos mehrere Kraftwerke, die Kapazitäten des Hoover Damms reichen schon lange nicht mehr aus.
Vom Hoover Damm ging es dann weiter zum Grand Canyon. Sowas Sagenhaftes hab’ ich schon lange nicht mehr gesehen, ein Wunder der Natur. Riesige Schluchten, unterschiedlichste Gesteinschichten und faszinierende Weiten. Das dort Gesehene hat alle Eindrücke aus Vegas nochmals um Weiten übertroffen. Ein Pflichtbesuch für jeden Urlauber im Westen der USA.
Alles in Allem waren es also 3 sehr erfolgreiche Tage; ich bin echt froh, dass ich mich dafür entschieden hatte.
Hier noch als kleines Bonus 3 Videos:
Grand Canyon
Hofbräuhaus Las Vegas
Achja und noch schnell, warum’s sich gelohnt hat, die freien Tage hintendran zu hängen: Ich hab’ ab Montag bis zum 07.03. Besuch von 2 Kumpels aus Deutschland..

Hallo Thomas, Mensch was bin ich neidisch, was Du alles siehst.:-))
Nimm alles mit was geht, wer weiß wann Du mal wieder ins Amiland kommst wenn Deine Zivizeit dort rum ist….
Ich werde Deinen Bericht auch der Laura und dem Julian zeigen…..die werden staunen………..
Viel Spass jetzt mit Deinen Kumpels und ich habe gehört Dein Bruder kommt auch……………super , vielleicht kann der Papa doch die Mama überreden dass Dich die beiden auch nochmal besuchen…………:-))
Eine schöne Zeit noch bis bald mal wieder , viele Grüße aus Darmstadt von Luise
Alter! Vegas klingt echt super, bin echt neidisch. Und auch die Bilder vom Grand Canyon sind echt umwerfend, Am meisten lachen musste ich allerdings bei deinen Videos aus dem Hofbräuhaus, das ist ja original Bayern! Erinnert mich sehr an das Starkbierfest, das dieses Woche in München war x) Haha, mein Guter, lass es dir mal noch ordentlich gut gehen!
Haha,
gestern kam im Fernsehen ‘ne Spiegel-TV-Reportage über das Hofbräuhaus in Las Vegas. x)